JJRC H36 Micro Quadrocopter

Mit dem Quadrocopter H36 hat die Firma JJRC ein interessantes Modell im Design des Blade Inductrix auf den Markt gebracht. Wir haben ihn ausgiebig getestet und auf Herz und Nieren geprüft.

Spezifikation (Angaben laut Hersteller)

  • Hersteller: JJRC
  • Modell Typ: H36
  • Rotorendurchmesser: 30 mm
  • Maße (L x B x H): 85 mm x 85 mm x 30 mm (selbst gemessen, da Herstellerangaben nicht plausibel)
  • Gewicht inkl. Akku: 21,5 g (selbst gewogen)
  • Fernbedienung Frequenz: 2,4 GHz
  • Gyro: 6 Achsen
  • Akku: Lipo 3,7 V / 150 mAh
  • Flugzeit: ca. 5 bis 6 Minuten
  • Ladezeit: ca. 50 Minuten
  • Für Sender benötigte Batterien: 2 Stück AA (nicht im Lieferumfang enthalten)

 

Lieferumfang

  • JJRC H36 Micro Quadrocopter
  • Sender
  • USB-Ladekabel
  • 4x Ersatz-Rotorblätter
  • Englische / chinesische Bedienungsanleitung

 

Bildergalerie "JJRC H36 Impeller-Quadrocopter"

 

Erfahrungsbericht

Die Verpackung des JJRC H36 Micro Quadrocopter (aka Eachine E010) besteht aus 2 durchsichtigen Kunststoffhalbschalen, welche in einem weiß-blauen Karton verpackt sind. Neben dem flugfertigen Mini Quadrocopter und dem für diese Größenklasse (leider) üblichen Mini Sender im Stile eines Gamecontrollers enthält das Ready-to-fly (RTF) Set ein USB-Ladekabel, 4 Ersatzpropeller sowie eine englische / chinesische Bedienungsanleitung. Damit es losgehen kann, muss der JJRC H36 noch geladen und der Sender mit 2 AA Batterien bestückt werden.

Fernsteuerung
Der winzige 2,4 GHz Sender im Gamecontrollerstil liegt an sich recht gut in der Hand und die Knüppel lassen sich gut mit dem Daumen bewegen. Wer die Knüppel (wie wir) lieber zwischen Daumen und Zeigefinger hält (also im Pinzettengriff), hat es dagegen nicht so komfortabel - aber es geht schon. Neben den beiden Knüppeln und einem Ein/Aus-Schalter, besitzt der Sender noch 2 Trimm-Wippen für die Funktionen des rechten Steuerknüppels (Nick & Roll). Eine weitere Wippe unterhalb des linken Steuerknüppels aktiviert den Headless Mode (nach rechts gedrückt) bzw. die "Return to Home"-Funktion (nach links gedrückt). Über den Knopf vor dem rechten Steuerknüppel wird die Flip-Funktion aktiviert, mit dem Knopf über dem linken Steuerknüppel kann man zwischen den beiden Speed Modi wechseln.

Aufbau des JJRC H36
Der JJRC H36 gleicht vom Design her fast bis auf's Detail dem Blade Inductrix. Neben seinen etwas größeren Abmessungen im Vergleich zu den von uns getesteten Nano Quads, unterscheidet er sich vor allem durch sein Impeller-Antriebssystem. Von oben gesehen ist er nahezu komplett symmetrisch aufgebaut. Die beiden 4-Blatt-Frontpropeller sind bei unserem Modell silbergrau, die hinteren schwarz. Die "Kabinenhaube" ist ebenfalls in diesen beiden Farben gehalten. Direkt unter dieser sitzt eine kleine Platine mit der Elektronik, die von unten gesehen teilweise vom Akku verdeckt wird. Grundsätzlich ist der JJRC H36 nach unten hin nicht verkleidet. Der Lipo Akku ist in einer Gondel unter dieser Platine angebracht, in welche er nur hineingeschoben ist. Zum Laden kann dieser nach Ausstecken des Kabels an der Platine entfernt werden. Die vier Motoren werden jeweils von einer Art Hülse in Position gehalten, welche direkt mit den Impeller-(Schutz)-Ringen verbunden sind, und dienen zugleich als Landegestell. Die Motoren sind in diesen Hülsen gut geschützt, die Kabel von den Motoren zur Platine sauber und sicher verlegt. Vorne an der Platine befindet sich eine winzige blaue, hinten eine rote LED.

Binden
Zur Bindung den Lipo Akku am JJRC H36 einstecken und diesen auf eine ebene Fläche stellen. Die LEDs des Quadrocopters beginnen zu blinken. Anschließend den Sender einschalten. Dieser piepst 2 mal und die rote LED beginnt zu blinken. Dann den Gasknüppel komplett nach oben und wieder nach unten bewegen (Sender piepst). Bei korrekter Bindung leuchten nun die LEDs am JJRC H36 und am Sender dauerhaft.
Wer im Flug den Headless Mode verwenden möchte, muss den Sender beim Binden direkt hinter den Quadrocopter legen und parallel zur gedachten Linie zwischen den beiden hinteren Motoren ausrichten.

Flugverhalten
Der JJRC H36 hebt beim Hochschieben des Gasknüppels leise surrend und zügig ab, das Schwebeverhalten ist einwandfrei - bereits beim Erstflug war kein Trimmen notwendig. Nach dem Einschalten befindet sich der JJRC H36 im "low speed" Modus mit Neigungsbegrenzung, also gutmütigem Steuerverhalten. Die Reaktion auf alle Steuereingaben ist direkt und präzise. Das Drehen um die Hochachse (Gieren) ist konstruktionsbedingt nicht so "knackig" wie bei einem RC Helikopter mit Heckrotor, aber gut für einen Quadrocopter. Die Lageerkennung ist je nach Position im Speziellen für Anfänger nicht ganz einfach. Zwar besitzt der JJRC H36 vorne farbige Propeller (beim getesteten Modell sind diese silbergrau) und farbige Markierungen auf der "Kabinenhaube", jedoch sind diese insbesondere von schräg unten aufgrund der schwarzen Impellerringe nahezu nicht zu sehen. Auch die beiden LEDs (vorne blau, hinten rot) sind aus vielen Blickwinkel nicht zu sehen. Daher haben wir unseren JJRC H36 mit neonorangen Klebestreifen auf den vorderen Impellerringen, auf der "Kabinenhaube" und auf dem vorderen Teil des Akkufachs versehen (siehe Video). Diese Maßnahme hat die Sichtbarkeit enorm verbessert. Hier wäre es sinnvoll gewesen, wenn der Hersteller nicht die Propeller verschiedenfarbig gemacht hätte, sondern die Impellerringe. Das Fliegen bei Nacht ist aufgrund der nur 2 LEDs nur sehr eingeschränkt möglich.

JJRC H36 Quadcopter outdoorDer JJRC H36 mit den von uns angebrachten ORACOVER-Klebestreifen zur Verbesserung der Fluglageerkennung.

Anfänger sollten auf jeden Fall im Steuermodus "low speed" beginnen, bis man den JJRC H36 sicher beherrscht. Durch Drücken des Knopfes oberhalb des linken Steuerknüppels kann man zwischen den Steuermodi "low speed" (1-maliges Piepsen) und "high speed" (2-maliges Piepsen) wechseln. Im Modus "high speed" ist die Agilität aufgrund von größeren Neigungswinkeln für Nick und Roll deutlich erhöht. Der JJRC H36 kann somit viel schneller geflogen werden. Jedoch muss man ein bisschen aufpassen, dass man es nicht übertreibt, denn in extremen Fluglagen kann es vorkommen, dass aufgrund der maximal möglichen Neigungswinkel die Motorpower an ihre Grenzen kommt und somit der Auftrieb nicht mehr ausreicht, um den JJRC H36 abzufangen.
Mit dem JJRC H36 lassen sich auch auf Knopfdruck Überschläge fliegen. Die 360° Flip Funktion wird durch Drücken des Knopfes oberhalb des rechten Steuerknüppels aktiviert, anschließend bestimmt man mit dem rechten Steuerknüppel die Fliprichtung. Befindet sich der Quadrocopter im Flip Modus, wird dies durch einen piepsenden Sender angezeigt. Dieses Feature funktioniert beim JJRC H36 gut, jedoch verliert er nach dem Flip ca. 30 bis 40 cm an Höhe, so dass man zum Boden einen Sicherheitsabstand von ca. 1 m einhalten sollte.
Die durchschnittliche Flugzeit liegt bei ca. 5,0 bis 5,5 min (je nach Flugstil bzw. Häufigkeit an Flips). Dass man landen sollte, wird vom JJRC H36 durch blinkende LEDs angezeigt. Der "Low Voltage" Alarm reagiert rechtzeitig, ein sicheres Landen ist möglich.
Im Falle von Abstürzen oder Kontakt mit Gegenständen erweist sich der JJRC H36 als besonders robust und stabil. Gerade Wandkontakt oder Kontakt mit Möbeln steckt er aufgrund der Impellerringe "wie nichts" weg, da die geschützten Propeller trotzdem weiterlaufen können. Trotz zahlreicher Crashes fliegt unser Testmodell immer noch wie am ersten Tag. Die Propeller springen auch bei heftigen Abstürzen nicht ab. Dies ist gerade bei den Nano Quads öfters der Fall - oft findet man diese nicht (so schnell) wieder. Trotzdem sollte man wie immer bei einem Crash sofort das Gas zurücknehmen, damit die Propeller nicht blockieren können.
Flüge im Freien sind bei keinem und bei wenig Wind mit dem JJRC H36 auch möglich (siehe Video).
Neben dem "normalen Steuermodus" verfügt der JJRC H36 auch noch über den sogenannten Headless Mode. Hierbei handelt es sich um einen relativen Steuermodus, d.h. egal in welcher Ausrichtung sich der Quadrocopter befindet, er fliegt z.B. immer vom Piloten aus gesehen nach rechts, wenn nach rechts gesteuert wird - egal ob die Nase nach links, rechts, vorne oder hinten zeigt. Dem Flugmodell wird also mit dem rechten Steuerknüppel die Richtung "gezeigt", in die er fliegen soll. Aktiviert wird der Headless Mode über Drücken der Wippe unterhalb des linken Steuerknüppels nach rechts. Wichtig: Der Sender und der Quadrocopter müssen beim Binden / Starten genau gleich ausgerichtet sein! Also beim Einschalten am besten den Sender direkt hinter den JJRC H36 legen. Hält man sich nicht an dieses Vorgehen, führt dies zu "unerwarteten Ergebnissen", d.h. er fliegt nicht dorthin, wohin gesteuert wird. Unsere Erfahrungen mit dem Headless Mode: Der Headless Mode funktioniert einwandfrei, ist aber nicht unser bevorzugter Steuermodus. Während der Headless Mode aktiviert ist, blinken die LEDs des JJRC H36.
Darüber hinaus ist der JJRC H36 zusätzlich mit der sogenannten "Return to home"-Funktion ausgestattet. Drückt man die Wippe unterhalb des linken Steuerknüppels nach links während man mit dem Sender das Flugmodell anpeilt, kehrt der Quadrocopter von alleine zu einem zurück (Gas muss gesteuert werden). Wichtig: Dies funktioniert nur, wenn sich der Sender am gleichen Ort befindet, von welchem der JJRC H36 auch gestartet wurde! Unsere Erfahrungen mit der "Return to home"-Funktion: Das selbstständige Zurückfliegen per Knopfdruck funktioniert einwandfrei.

Laden
Nach dem Fliegen sollte man dem JJRC H36 eine kurze Wartezeit (ca. 15 min) vor dem nächsten Aufladen gönnen, das verlängert die Lebensdauer der winzigen Motoren und des Lipo Akkus enorm! Das Laden am Computer dauert im Übrigen bis zu ca. 50 min. Sobald der Lipo Akku voll geladen ist, wird dies durch Leuchten einer roten LED im USB-Stecker des Ladekabels angezeigt.

Eignung für Anfänger
Dank der (im Vergleich zu 3-Kanal Koaxial-Helikoptern) agilen Flugeigenschaften ist ein ferngesteuerter Quadrocopter wie der JJRC H36 sicherlich nicht das Modell für RC Anfänger schlechthin. Wer jedoch Geduld und Talent mitbringt sowie zunächst sehr behutsame und vorsichtige Steuerbewegungen macht, kann solch einen Quadrocopter sicherlich auch als Anfänger zähmen. Hilfreich sind auf jeden Fall Erfahrungen mit einem Flugsimulator und / oder mit einem 3-Kanal oder 4-Kanal Helikopter. Aufgrund der 2 über den Sender auswählbaren Steuermodi "low speed" und "high speed" sowie des Headless Modes sollten talentierte Einsteiger aber mit der JJRC H36 zurecht kommen, indem sie zu Beginn im Steuermodus "low speed" beginnen.

 

Video "JJRC H36 RC Quadrocopter - Demo flight (outdoor)"

 

Stärken

  • Sehr gutes Preis-/Leistungsverhältnis.
  • Sehr gute Flugeigenschaften.
  • Aufgrund seiner Impeller im Vergleich zu anderen Quads recht leise.
  • Stabile 4-Blatt-Propeller, die auch nach Abstürzen nicht abspringen und aufgrund des Impellerdesigns auch bei Kontakt mit Gegenständen diese nicht berühren. So sind auch alle Pflanzen deutlich sicherer;-).
  • Robustes Gehäuse, dadurch gute Crashresistenz.
  • Gut funktionierende Flip-Funktion.
  • Headless Mode-Funktion.
  • Return to home-Funktion.
  • Der Lipo Akku ist nur gesteckt und kann ohne Werkzeug ausgetauscht werden. So ist ein Fliegen mit mehreren Akkus ohne "Schraubaufwand" möglich.
  • Kann als Basis für einen Mini FPV Quadrocopter dienen. Mehr Infos unter "How to build a tiny whoop".

 

Schwächen

  • Lageerkennung könnte besser sein.
  • Beleuchtung für Nachtflüge könnte besser sein.
  • Winziger Sender (der aber bei den meisten Quadrocoptern dieser Größe (leider) Standard ist).
  • Von unten gesehen ist die Elektronik recht offen, von daher muss man bei Landungen in hohem, nassen Gras aufpassen, dass die Elektronik nicht nass wird.
  • Im Vergleich zu anderen von uns getesteten Quadrocoptern recht windanfällig (aufgrund der großen Flächen der Impellerringe).
  • Nur Bedienungsanleitung in Englisch / Chinesisch im Lieferumfang enthalten, die teilweise etwas unverständlich ist.

 

Skill Level

Skill Level

 

Fazit

Der JJRC H36 (aka Eachine E010) ist ein wirklich gelungener Quadrocopter mit sehr guten Flugeigenschaften und leisem Fluggeräusch. Mit Abmessungen von 85 mm x 85 mm x 30 mm gehört er zu den etwas größeren Indoor Quadrocoptern am Markt, was wir beim Fliegen im Wohnzimmer als positiv empfunden haben. Dank der stabilen Impeller-Schutzringe der Propeller führt beim JJRC H36 auch der Kontakt mit der Wand oder Gegenständen nicht gleich zum Absturz. Dank seines günstigen Preises eignet er sich für alle, die einmal in den RC Flugmodellsport reinschnuppern wollen - aber auch für fortgeschrittene Piloten ist er für das Fliegen im Wohnzimmer interessant. Für um die 20 Euro kann man unserer Meinung nach mit dem JJRC H36 nichts falsch machen. Er ist, insbesondere aufgrund der hervorragenden Flugeigenschaften, aktuell (Stand November 2016) unser Liebling unter den kleinen Indoor Quadrocoptern.

 

Wo gibt's den JJRC H36?

Zum Beispiel bei amazon für ca. 25 Euro (Stand: Juli 2017). Dort gibt es übrigens auch Ersatzakkus.

 

 

Kalibrierung des JJRC H36

Zwar wird der JJRC H36 kalibriert ausgeliefert. Es kann jedoch vorkommen, dass die Sensoren des Gyrosystems aufgrund von äußeren Einflüssen nicht ordentlich kalibriert sind. Dies ist daran zu erkennen, dass der Quadrocopter stark in eine Richtung abdriftet. Auch nach einem heftigen Crash kann es vorkommen, dass eine erneute Kalibrierung nötig ist.

  1. Sender und Quadrocopter wie oben unter "Binden" beschrieben miteinander binden (auf ebener Fläche stehend).
  2. Den rechten Steuerknüppel solange nach links unten drücken bis der JJRC zu blinken beginnt.
  3. Anschließend den Knüppel loslasen und warten bis die LED am Quadrocopter dauerhaft leuchtet. Die Kalibrierung ist dann erfolgreich abgeschlossen

Laut Bedienungsanleitung kann man auch die Ausrichtung des Headless Mode kalibrieren bzw. resetten. Jedoch funktioniert das in der Anleitung beschriebene Prozedere bei uns nicht. Evtl. könnte man das durch das oben beschriebene Vorgehen erreichen, wenn man den JJRC H36 unmittelbar nach dem Binden auf den Headless Mode umstellt (LEDs am Modell blinken) und dann mit Punkt 2. fortfährt. Sicher sind wir uns aber nicht.

 

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